Unser Hospizprojekt

Täglich erreichen uns Hilferufe…

…gehen in unserer Geschäftsstelle Emails von tragischen Hundeschicksalen ein. Die traurigsten sind immer die, die so aussichtslos erscheinen. Die allertraurigsten aber sind die, bei denen keine Hoffnung mehr besteht: Keine Hoffnung auf Vermittlung, keine Hoffnung auf Genesung, keine Hoffnung auf ein letztes bisschen Liebe und ein Ende in Geborgenheit.

Diese Schicksale erzählen von Hunden, die irgendwann in ein Tierheim gekommen sind und nahezu ihr ganzes Leben in Zwingern verbracht haben, weil niemand ihnen mehr eine Chance geben wollte. Sie erzählen von ehemaligen Zuchthunden, die ihr Leben lang ausgebeutet wurden und nun vielleicht im hohen Alter oder weil sie unheilbar krank sind, endlich in Freiheit dürften. Und sie erzählen von alten oder kranken Hunden, die zwar in einer Familie gelebt haben, diese aber verlassen müssen und denen nichts bleibt, als der Gang ins Tierheim.

Im Tierschutz ist es unvermeidbar, diese Geschichten zu lesen oder zu hören. Viele Male haben wir schon die eigene Hilflosigkeit gespürt, die sich dann breit macht. Das Wissen darum, dass womöglich niemand mehr diesen Hunden für ihre letzten Wochen oder Monate ein Zuhause gibt, dass niemand diese Hunde in ihren letzten Stunden halten, dass keine Kerze ihnen den Weg ins Regenbogenland ausleuchten wird, dass sie alleine und ohne Liebe gehen müssen, drückt schwer auf die Seele.

Und so wuchs über all die Jahre unserer gemeinsamen Tierschutzarbeit der Wunsch, irgendwann einmal Teil einer Gemeinschaft zu sein, deren Engagement und Zusammenhalt auch die Möglichkeit eröffnet für eine ganz andere Seite des Tierschutzes: Die, die ganz bewusst einem Schützling die Chance eröffnen kann, die letzten Tage, Wochen oder Monate in Sicherheit und Liebe zu verbringen und den letzten Weg in Würde und Geborgenheit gehen zu dürfen.

Hier bei Freunden haben wir eine solche Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft, deren Hände und Schultern in der Lage sind, gemeinsam ein solches Projekt zu initiieren und zu tragen. In uns wuchs die Vision von einem „kleinen“ Hospizprojekt. Ein „kleines“ Hospizprojekt: Ein gewagter Wunsch, denn hierfür braucht man Geld. Und man braucht Hospizplätze. Vielleicht eine zu große Vision für unseren Verein? Vielleicht aber auch nicht: Die angekündigte Bereitschaft auf finanzielle Unterstützung durch Vereinsmitglieder, das Signal einiger Pflegestellen, einen Hospizplatz anzubieten und einen Schützling auf seinem letzten Weg zu begleiten – all dies hat uns Mut gemacht, Ja zu sagen zu diesem Projekt und Ja zu sagen zu Paolo. Durch ihn wurde Vision Wirklichkeit. 1,5 Jahre genoss Paolo ein Leben in Würde, wurde geliebt und umsorgt, bevor er seine Augen in Frieden für immer schloss.